Freitag, 16. Januar 2009

Fast hätte ich sie nicht bemerkt | I almost missed them


...denn sie blühen ganz still und unscheinbar vor sich hin, wenn sonst noch fast alles ruht. Das sagt das Info-Kärtchen zur Zwergiris: Sie heißt Iris reticulata 'Katharine Hodgin' zu Ehren der Frau des Gartenmannes Eliot Hodgin. Sie ist die Mutter des zeitgenössischen Malers Howard Hodgin. Zu lesen ist ferner: "Die Blüten zeigen fünf der sieben Farben des Regenbogens, eine Ehrung für Iris, die Botin des Gottes Juno. Sie wanderte zwischen dem Himmel und der Erde über die Brücke, die von einem Regenbogen geformt wurde."
Ach nein, nicht alles ruht: Der Gang zu meinem Mimosenbaum (Acacia baileyana F.Muell) wurde durch die herrlich puscheligen Blüten belohnt. Leider duften diese kaum, das wunderschöne Mimosen-Absolue wird aus den Blüten ihrer Cousine Acacia dealbata gewonnen, welche beispielsweise das bezaubernde Naturparfüm, das ich auf der rechten Spalte bewerbe, beduftet. Ein pudrig-umhüllender Duft für zarte Seelen, denen der Sturm des Lebens immer wieder zu stark zusetzt.

...the early flowers of some species of Iris and my very pretty wattle Acacia baileyana which my husband gave to me less than four years ago. Then it was just an upright "branch" with a few silvery leaves in a small plastic pot. We had to plant it in a sheltered corner of our garden - between an old hedge and our garden cabin - as wattles are not very storm-resistent. In a very short time it grew into a real tree which presents its yellow catkin-soft flowers in January and February.



Mein Mann brachte mir diesen Baum vor gut drei Jahren in einem kleinen Blumentopf vom Markt mit. Das Pflänzlein war ganz hager und kaum größer als ich, im Grunde ein aufrechter Zweig mit gefiederten graugrünen Blättchen. Da es nicht sehr sturmtauglich ist und sehr schnell wächst, musste es abseits des Hauses und hinter den Schutz einer alten, hohen Hecke neben unser Gartenhäuschen gepflanzt werden. Nach dem ersten fetten Sturm lag das Bäumchen dann dennoch im 45-Grad-Winkel mit halb ausgehobenen Wurzelballen da. Ein Pfosten und ein Seil kamen ihm zur Hilfe. Nun ist es bereits ein großer Baum und verspricht wieder ein großartiges gelbes Vorfrühlingskonzert.


Ein paar Schritte weiter entströmen der Mahonie traumhafte Maiglöckchendüfte. Wir entdeckten den circa 2 Meter breiten und etwas höher gewachsenen stacheligen Strauch beim Roden eines Teilgrundstücks, das wir vor einigen Jahren dazu gekauft hatten. Es war ein Dornröschen-Dschungel pur, also nur Brombeeren, so weit und so hoch das Auge reichte. Unter dem meterhohen undurchdringlichen Dickicht entdeckten wir nach und nach die versprochenen Apfelbäume, die eine Deutsche vor 20 Jahren gepflanzt hatte, unter anderem ein Boskop und ein Holsteiner Cox, die man hier nicht kaufen kann. Und eben die unscheinbare Mahonie, die einem Fußballrasen für die Jungs weichen musste. Da ich um ihren Maiglöckchenduft wusste, musste ein Bagger her, der sie samt großzügig ausgestochenem Wurzelballen in eine recht dunkle und feuchte Ecke verfrachtete. Diesen mühsamen Einsatz dankt sie seither mit dem dior-artigen Parfüm, wenn andere Pflanzen noch lange nicht ans duften denken.

A few steps from the wattle there is a mahonia. We had discovered the rather ugly shrub in a dense djungle of briars of which consisted this piece of land which we had bought from a German neighbour. She had promissed some apple trees which we indeed did discover piece by piece. One day, as we were clearing a spot for a football pitch for our boys we came over the mahonia. It was too big to be transplanted to a safer spot by hand but I dared the effort as I knew about its phantastic fragrance like lily-of-the-valley and so we ordered a digger. Now we are rewarded by the fabulous perfume every January when most other plants have other thoughts than pleasing their owners...

Kommentare:

Frauke hat gesagt…

welch ein Blütenzauber und dazu die Düfte,
wie schön du es beschreibst
wie kalt ist es bei Euch? hier versteckt sich alles noch
Frauke

Karin hat gesagt…

Wow, was bin ich neidisch.
Mir ist kalt ich friere und möchte auch so gerne Frühling haben.
Einfach so schön deine Bilder.

Liebe Grüße Karin

Beate Knappe hat gesagt…

Tolle Foto - danke für deinen interessanten Urlaubsbericht und, schön das du wieder gesund zu Hause gelandet bist

Filztraum hat gesagt…

Bei uns gibts im Garten noch keine Blüten, aber bald werden die Cyclamen und Krokusse als erste Farbtupfer herauskommen. Es ist erschaunlich, wie schnell die Zwiebelpflanzen merken, dass die Tage wieder länger werden.
Dein Blog ist toll und auch ein Ansporn, mal nach Irland zu kommen. Bis jetzt haben wir den Sprung noch nie gewagt, sind aber schon häufig in Schottland gewesen.
Liebe Grüsse aus der Schweiz.
Barbara